RA-001Die Rasse
Rottweiler: Gebrauchshundeprüfungen und ihre Bewertung
Was eine Gebrauchshundeprüfung vom Rottweiler verlangt, wie die Leistung bewertet wird und was ein Prüfungsergebnis über den einzelnen Hund aussagt.
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Eine Gebrauchshundeprüfung verlangt vom Rottweiler eine abgelegte Prüfungsordnung: Gehorsam, Gewandtheit und Ausdauer in festgelegten Übungen, dazu je nach Prüfungsart das Arbeiten am Helfer oder das Suchen und Anzeigen. Bewertet wird jede Übung einzeln nach Punktwerten, die in der Prüfungsordnung festgelegt sind. Das Gesamtergebnis beschreibt die an diesem Tag gezeigte Leistung des Hundes, nicht seinen Charakter und nicht seinen Zuchtwert.
Was eine Gebrauchshundeprüfung verlangt
Die Prüfungsordnungen der Rassehundeverbände gliedern eine Gebrauchshundeprüfung in Abschnitte. Üblich sind die Abschnitte Fährte, Unterordnung und Schutzdienst, wobei die Bezeichnungen und die Reihenfolge je nach Verband und Prüfungsstufe abweichen. In der Fährte folgt der Hund einer gelegten Spur und zeigt Gegenstände an. In der Unterordnung sind Fußarbeit, Sitz, Platz, Steh und das Abrufen unter Ablenkung zu zeigen. Im Schutzdienst werden Revieren, Stellen und Verbellen des Helfers sowie das Abbrechen auf Kommando geprüft.
Jede Stufe baut auf der vorherigen auf. Die Stufen reichen von der Anfängerprüfung bis zur höchsten Prüfungsstufe, in der Fährte, Unterordnung und Schutzdienst zusammen abgelegt werden. Der Hund muss ein Mindestalter erreichen, das in der jeweiligen Ordnung genannt ist. Eine bestandene Prüfung setzt voraus, dass alle Abschnitte einzeln bestanden werden; ein nicht bestandener Abschnitt führt zum Nichtbestehen der gesamten Prüfung.
Die Anforderungen sind nicht rassespezifisch auf den Rottweiler zugeschnitten. Der Rottweiler tritt in denselben Prüfungen an wie andere Gebrauchshunderassen. Wer verstehen will, wie Leistungen in einer verwandten Sparte des Hundesports bewertet werden, findet bei herding trial scoring eine Darstellung der Bewertung von Hüteprüfungen, die nach demselben Grundmuster arbeitet: feste Übungsfolge, Punktabzug je Fehler, Gesamtwertung am Ende.
Wie die Prüfung bewertet wird
Die Bewertung erfolgt über ein Punktesystem. Für jede Übung ist eine Höchstpunktzahl festgelegt. Der Richter vergibt Punkte nach der Ausführung und zieht bei Fehlern ab. Typische Fehlerquellen sind ein zu weiter Abstand des Hundes zum Hundeführer, ein nicht korrektes Sitz oder Platz, ein vorzeitiges Abbrechen einer Übung oder ein ungenügendes Anzeigen des Gegenstandes.
Am Ende jedes Abschnitts steht eine Teilnote, aus den Teilnoten ergibt sich das Gesamtergebnis. Viele Ordnungen vergeben zusätzlich eine Bewertungsstufe wie vorzüglich, sehr gut, gut oder genügend. Bestanden ist eine Prüfung erst, wenn eine Mindestpunktzahl in jedem Abschnitt erreicht wird. Ein sehr gutes Ergebnis in der Unterordnung gleicht einen schwachen Schutzdienst nicht aus.
Der Richter bewertet nur, was an diesem Tag sichtbar ist. Witterung, Platzverhältnisse und Tagesform des Hundes wirken auf das Ergebnis ein. Die Prüfungsordnung legt fest, wie oft ein Hund antreten darf und ob eine Wiederholung möglich ist. Eine bestandene Prüfung ist damit eine Momentaufnahme unter festgelegten Bedingungen, keine dauerhafte Eigenschaft des Hundes.
Was sagt ein Ergebnis über den einzelnen Hund?
Ein Ergebnis sagt zunächst, dass ein Hund an einem bestimmten Tag eine festgelegte Übungsfolge in einer bestimmten Qualität gezeigt hat. Es sagt nichts über seinen Gesundheitszustand, nichts über seine Hüftgelenke, nichts über sein Wesen außerhalb der Prüfungssituation und nichts über seine Eignung als Zuchthund. Wer aus einer bestandenen Prüfung auf Zuchttauglichkeit schließt, überschreitet die Aussagekraft des Ergebnisses.
Für die Zucht haben die Verbände eigene Anforderungen, die in Zuchtordnungen und Merkblättern stehen. Dazu gehören Gesundheitsuntersuchungen, Ahnentafeln und teilweise zusätzliche Wesensprüfungen. Eine Gebrauchshundeprüfung kann Teil dieser Anforderungen sein, ersetzt sie aber nicht. Die Prüfung liefert einen Nachweis über Ausbildung, nicht über Vererbung.
Für den einzelnen Hund bedeutet ein Ergebnis vor allem eine Rückmeldung über den Ausbildungsstand. Ein niedriges Ergebnis kann auf eine noch nicht abgeschlossene Ausbildung hinweisen, nicht auf einen ungeeigneten Hund. Ein hohes Ergebnis kann auf eine sorgfältige Vorbereitung hinweisen, nicht auf einen besonders wertvollen Hund. Beides ist eine Aussage über den Ausbildungsweg, nicht über den Hund an sich.
Welche Prüfungsstufen gibt es?
Die Prüfungsstufen sind in den Ordnungen der Verbände festgelegt und tragen unterschiedliche Bezeichnungen. Verbreitet ist eine Einteilung in eine Anfängerstufe, eine mittlere Stufe und eine höchste Stufe. Mit jeder Stufe steigen die Anforderungen an die Fährte, an die Unterordnung und an den Schutzdienst. Die höchste Stufe verlangt in der Regel eine längere und ältere Fährte, eine anspruchsvollere Unterordnung und ein vollständiges Schutzdienstprogramm.
Der Aufstieg in die nächste Stufe setzt eine bestandene Prüfung der vorherigen Stufe voraus. Die Ordnungen nennen Fristen, innerhalb derer der Aufstieg erfolgen muss. Ein Hund kann in seiner Laufbahn mehrere Stufen durchlaufen. Die Zahl der Antritte und die Höchstzahl der Versuche sind begrenzt.
Für den Rottweiler bedeutet das: Der Weg durch die Prüfungsstufen ist ein mehrjähriger Ausbildungsweg. Er verlangt regelmäßiges Training, eine geeignete Trainingsgruppe und einen Hundeführer, der die Übungen korrekt aufbaut. Ohne diese Voraussetzungen ist eine bestandene höhere Prüfung nicht zu erreichen.
Was ein Ergebnis nicht leistet
Ein Prüfungsergebnis ist kein Gesundheitszeugnis. Es ersetzt keine tierärztliche Untersuchung der Gelenke, des Herzens oder des Magens. Die tierärztliche Fachliteratur zu Gelenk-, Herz- und Magenerkrankungen beim Hund arbeitet mit eigenen Untersuchungsverfahren, die von einer Prüfung unabhängig sind. Wer den Gesundheitszustand eines Hundes kennen will, braucht diese Untersuchungen, nicht ein Prüfungsprotokoll.
Ein Prüfungsergebnis ist auch keine Wesensbeurteilung. In der Prüfung wird ein festgelegtes Verhalten unter festgelegten Bedingungen gezeigt. Wie sich ein Hund im Alltag, in der Familie oder gegenüber Fremden verhält, wird dort nicht geprüft. Wer Aussagen über das Wesen eines Hundes sucht, findet sie in dafür vorgesehenen Wesensprüfungen und in der Beobachtung des Hundes über längere Zeit.
Schließlich ist ein Prüfungsergebnis kein Vergleich zwischen Hunden verschiedener Tage. Zwei Hunde mit derselben Punktzahl können an unterschiedlichen Tagen unter unterschiedlichen Bedingungen geprüft worden sein. Das Ergebnis ist an die Bedingungen des Prüfungstages gebunden. Ein direkter Vergleich über Prüfungstage hinweg ist damit nur eingeschränkt möglich.
Quellen
Die Angaben zu Prüfungsaufbau, Bewertung und Prüfungsstufen stammen aus den Prüfungsordnungen der Rassehundeverbände und aus der Ausbildungsliteratur für Gebrauchshundeprüfungen. Angaben zu Zuchtanforderungen stammen aus den Zuchtordnungen und Merkblättern der Verbände. Angaben zu Gesundheitsuntersuchungen stammen aus tierärztlicher Fachliteratur zu Gelenk-, Herz- und Magenerkrankungen beim Hund. Der Rassestandard des Rottweilers ist im FCI-Standard Nummer 147 festgehalten.


